Von weißen Nächten und roten Dietern

Laptop funktioniert immer noch nicht, Telefonlinie ist tot - in technischer Hinsicht ist es im Moment hier ein Desaster. Ich hoffe, dass ich morgen meinen freien Tag dazu nutzen kann, den Laptop wieder zum Laufen zu bringen, um damit die Internet- und Telefonbox zu programmieren, dass ich auch wieder ein Telefon habe. Aber wie ich die Technik kenne, wird das sicher nicht alles reibungslos funktionieren und ich noch mich längere Zeit damit herumschlagen.

Davon abgesehen ist es in Paris aber wunderschön. Von Montag bis Freitag waren Julia und Tina mich besuchen - es war wirklich sehr schön, dass etwas Leben in meine Zivibude gekommen ist. Nach der Arbeit sind wir dann immer noch losgezogen und haben die Stadt unsicher gemacht. Waren auf dem Montmartre bei Amélie im Café, haben im quartier Odéon eine hervorragende Weinbar gefunden und so manche Flasche geleert ;)
Da ich das Wochenende die ganze Zeit unterweges war, habe ich noch gar nicht gemerkt, wie leer die Wohnung nun wieder ist. Am Freitag bin ich kurz entschlossen zur comédie francaise gegangen, in der Hoffung noch eine preisgünstige Karte zu bekommen. Auf dem Spielplan stand Cyrano de Bergerac und da an diesem Abend die réprise war, war das Haus ausverkauft. Allerdings werden kurz vor der Vorstellung noch Karten mit eingeschränkter Sicht für 5€ verkauft und dieses Wagnis bin ich eingegangen. Die Sicht vom äußersten Rand der Galerie war eigentlich in Ordnung, es wurde lediglich auf Dauer etwas unbequem, sich über die Brüstung zu beugen. Der Abend war es auf jeden Fall Wert - allein das Haus ist klasse - auch wenn die Inszenierung über weite Strecken etwas einfallslos war und ich weniger als erhofft verstanden habe (akkustisch und französisch) Naja...das wird hoffentlich noch besser und ich werde auf jeden Fall meine Tournee durch die Pariser Theater (ca. 300) fortsetzten.
Am Samstag war dann in der Innenstadt die nuit blanche , die weiße Nacht in der bis zum Morgengrauen in den Museen, Parks und auf den Plätzen der Stadt zeitgenössische Kunst präsentiert wird...Un grand spéctacle, wie der Franzose zu sagen pflegt. Auch wenn sich manchmal der Eindruck aufdrängte, dass die Kunst nur als willkommene Ausrede zum Partymachen diente und man sich über die Schönheit der modernen Kunst vortrefflich streiten kann - war es wirklich eine wahnsinnige Nacht. Etwa 2 Millionen Menschen auf den Straßen, der Place de la Conconde in blaues Licht getaucht, es war wirklich ein Eindruck, der die Zeit vergessen ließ. So war es dann die erste Métro um 6.00 Uhr, die mich nach Hause ins Bett brachte, das ich nach nach weniger als 2 Stunden wieder verlassen musste, um zu arbeiten. Naja...im Moment bin ich fit und ich werde wohl heute Mittag wieder mich auf Achse begeben, um heute Nacht so richtig auszuschlafen. Habe meinen Jahresausweis für das Musée d'Orsay bekommen und ich bin gespannt, was es dort zu sehen gibt.

Zuletzt muss ich von einer Sache berichten, die mich etwas beunnruhigt. Ich werde zur Zeit ständig von Schwulen angequatsch, sei es plump (on se connait de quelque part? - haben wir es denn nicht schon irgendwo mal gesehen?) oder subtiler - am Ende steht immer die Frage: On prend un verre ensemble chez moi? - Gehen wir bei mir daheim noch einen Trinken. Jetzt frage ich mich nur, ob -seitdem ich in Paris bin - meinen Style sich so tiefgehend geändert habe oder woran liegt das bitte? Wenn das mir mit Frauen passieren würde, würde ich mich ja geschmeichelt fühlen, aber so ;)
Tja...ich kann euch auf jeden Fall versichern, dass ich nicht das Ufer gewechselt habe und auch keine derartige Intention habe - ich hoffe, die Franzosen verstehen dass auch bald ;)

So....das Mittagessen erwartet gekocht zu werden
Salut
Patrick

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Zuletzt aktualisiert: 26. Apr, 00:47

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