Mittwoch, 20. September 2006

Rückblick und Ausschau

Endlich finde ich die Gelegenheit auf eine ereignisreiche Woche zurückzublicken und mir zu überlegen, was ich mit dieser Woche so anfangen werde. Besonders hervorzuheben sind die journées du patrimoine, die am Wochenende die Stadt auf den Kopf stellten. Alle öffentlichen Gebäude, Ministerien, Museen hatten ihre Türen geöffnet und sich einiges für die Besucher einfallen lassen. Dafür habe ich sogar am Samstag morgen in Kauf genommen, auf meinen geliebten Schlaf zu verzichten und schon früh in die Stadt zu fahren, um die comedie française zu besichtigen, DEM Pariser ja französischen Schauspielhaus, bei dem die Akteure die Ehre haben sich les enfants de Molière zu nennen - Kinder Molières. Das haben sich allerdings leider mehr Leute als ich gedacht, deswegen waren dort die Anmeldelisten schon voll. Deswegen bin ich zwei Schritte weiter und habe mich bei der Schlange beim Palais Royal eingereiht, der das Kulturministerium, den conseil d'état und den conseil constitutionel beherbergt. Es war schon wirklich sehr beeindruckend, und für mich als Deutschen schon verwunderlich, wie die Damen und Herren im Ministerium wie Ludwig XIV Hof halten, logieren und arbeiten. Aber der Franzose an sich *g*, der Zeremoniel, Prunk und zur Schau gestellte Macht ganz gerne mag, hat sich nicht sonderlich daran gestört. Danach habe ich mit David, meinem Tandem-Partner, beim Sternen-Observatorium getroffen, aber die Schlange vor der Kuppel und die mir drohende Arbeit haben nicht mehr als einen kurzen Gang durch das Gebäude zugelassen.
Am Sonntag bin ich gleich nach der Arbeit losgezogen nach Bercy am anderen Ende der Stadt ins musée des arts forains. Das war wirklich sehr nett dort, in den alten Weindepots aus dem 19.Jhd wurde liebevoll ein Volksfest im Stil dieser längst vergangenen Zeiten aufgebaut und vermittelte einen guten Eindruck davon, wie es in Paris vor der "Hausmannisierung", der kompletten Begradigung und Zerstörung dieser alten Viertel ausgesehen haben könnte. Wirklich schade, dass auch fast alle dieser alten Weindepots platt gemacht wurden und durch Wohnhäuser und ein Büroviertel im Stil der Défense ersetzt wurden. Giganteske Architektur aus Glaß und Beton ersetzte die verwinkelten Gassen und Scheunen aus Stein. Über Geschmack lasst sich je bekanntlich streiten...
In der Nähe befindet sich die cinemathèque française, ein Filmmuseum das gleichzeitig auch Kino ist und in dem regelmäßig Veranstaltungen mit den Regisseuren stattfinden.
Montag ist dann schon traditionionsgemäß mein Behördentag. Scheckheft bei der Bank abholen, Telefon ummelden, bei der Sprachschule einschrieben, das kann bei der frz. Bürokratie schon zu einer tagfüllenden Aktivität ausdehnen. Aber dazu muss ich bei Gelegenheit noch einen eigenen Artikel schreiben. Nur so viel sei verraten: Wer über die deutsche Bürokratie schimpft, den lade ich herzlich mal hier nach Frankreich ein ;)
So...was gibt's noch zu sagen? Auf der Arbeit geht es aufgrund des Willkommensfestes am We und der Veröffentlichung des neuen Pfarrbriefes hoch her, so war ich heute kaum 5 Minuten daheim, bevor ich mich mit Jean-Marc, einem neuem Tandem-Partner, den ich über Internet kennenlernte, auf ein Bier getroffen habe. Deswegen werde ich nun für heute meinen Redefluss beenden und gelobe, das hier regelmäßiger zu pflegen...
Salut!
Patrick

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Zuletzt aktualisiert: 26. Apr, 00:47

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